Coop führt Selfscanning ein
Friday, 15. June 2007, 14:38 Uhr
Nach einem Pilotversuch in drei Läden will der Detailhändler Coop schweizweit in allen grossen Lebensmittelverkaufsstellen das Selfscanning-System “Passabene” einrichten. Als erstes wurde das Wankdorf Center in Bern umgerüstet. Dort können sich seit Mittwoch die Kunden im Eingangsbereich mit einem Einlesegerät bedienen und die Preise der gewünschten Artikel gleich selber einscannen. An den beiden Spezialkassen wird das Gerät abgegeben und die Kassiererin löst den Zahlungsvorgang aus.
Das Selfscanning-System können Kunden nutzen, die im Besitz einer Coop-Supercard sind. Neben dem Selfscanning soll auch in Zukunft normales Einkaufen und Bezahlen möglich sein. Innerhalb eines Jahres sollen rund 75 grosse Verkaufsstellen mit dem System ausgestattet werden.
Vor höheren Diebstahlquoten hat man bei Coop keine Angst. Die Warenkörbe werden stichprobeweise überprüft.
Quelle: pressetext


18. June 2007, 13:32 Uhr
Schlimm genug, dass die Grossverteiler für ein paar Promille Rabatt meine genauen Einkaufsdaten und Konsumgewohnheiten erfahren wollen. Nun sollen wir also noch deren Gewinn steigern, indem wir die Arbeit der Kassiererin selber übernehmen? Sorry liebe Coop-Geschäftsleitung, ihr haltet mich ja schon für schön blöd. Allerdings ist zu befürchten, dass es tatsächlich genug Blöde geben wird, die genau das tun werden. Denn die Cumulus- und SuperCard wurden ja auch angenommen. Bis diese Leute merken, was sie sich in Bezug zum Datenschutz damit eingebrockt haben, ist es schon lange zu spät. Aber die meisten glauben ja tatsächlich, sie hätten nix zu verbergen. Spätestens, wenn solche Daten an Lebensversicherungen verkauft werden, und diese Vertragsabschlüsse ablehnen, beginnt es dem Normalbürger zu dämmern, was man mit vernetzten Datenbanken alles machen kann.
30. June 2007, 10:24 Uhr
Ich bin äusserst entäuscht von solchen Entscheidungen. Das hätte ich eigentlich von Aldi oder Lidl erwartet aber nicht von Coop. Wie bei den meisten Informatik Systemen meine Vermutung ist dass das Nutzen weniger sein wird als die Kosten. Aber das ist ne Sache für “Managers”.
5. July 2007, 10:46 Uhr
Die Investitionen werden sich sicher lohnen, da man jetzt nicht mehr anstehen muss. Coop hat den Vorteil, dass sie noch mehr Daten sammeln können über den Kunden, wie Dino angemerkt hat.
Siehe dazu auch meinen Blog-Eintrag:
http://www.newsofthefuture.net/index.php?/archives/10-June-16,-2008-Self-scanning-supermarket,-privacy-concerns.html
8. July 2007, 16:58 Uhr
Nicht mehr anstehen ist das eine, das andere ist, dass Coop den Prozess Ware einlesen an den Kunden delegiert. Wenn also der Kunde diese Arbeit macht, dann geht kassieren schneller und es braucht im Endeffekt weniger Kassiererinnen. Überlegen Sie, aus welchen Volksschichten diese Kassiererinnen kommen, oft Familien mit wenig Einkommen, beide Elternteile arbeiten. Und wo sollen die eingesparten Personen eine neue Arbeit finden?
10. July 2007, 09:29 Uhr
Ich finde diese Idee super!
Innovation und Zeitgeist spiegeln sich in dieser neuen Weise der Einkaufsabwicklung.
@ Dino: Verfolgungswahn macht hysterisch. Schonen Sie sich!
10. July 2007, 12:18 Uhr
CLAUDE.
HATT ZU 100%RECHT DEN LETZTEN BEISSEN DIE HUNDE ES TRIFT IMMER DIE
SCHWÄCHSTEN BIS EIN GROSSTEIL ES MERKT IST ES SCHON LANGE ZU SPÄT.
WIR HABEN ES WIERCHLICH WEIT GEBRACHT.
12. July 2007, 09:27 Uhr
es ist wie damals, als die banken den zahlungsverkehr an den kunden delegiert hat: zuerst ist das geschrei gross, jeder will nicht, und schlussendlich machts doch jeder selber. ich bin froh, kann ich meine zahlungen selbst eingeben. da weiss ich wenigstens, dass es korrekt gemacht ist (und wenn nicht, hab ichs selber verbockt). und gleich wirds beim einkauf abkassieren auch sein. mich überrascht dieser schritt ein wenig, finde ihn aber äusserst innovativ. und eben, ich kann eine fehlerquelle ausschalten. kontrolliert mal eure kassabons: jeder dritte hat einen fehler drin. und zum korrigieren ist die kassierin nicht berechtigt, man muss zum kundendienst. braucht zeit und ärger.
aber bezüglich arbeitsplatzabbau (was claude schreibt) ist das natürlich eine tragödie. es ist ein teufelskreis, der seine runden zieht…
27. July 2007, 09:18 Uhr
ich bin froh das wenigstens mal coop was bringt was in den nächsten 10 jahren absolut alltäglich sein wird. in der schweiz ist man wirklich 10 jahre technisch im rückstand auch von den preisen her! ich kämpfe und arbeite für den gläsenen menschen, nur so werden wir die kriminellen und schmarotzer auf underem globus in die enge treiben
14. August 2007, 21:01 Uhr
Also, ich suche nach Standorte der Coop Passabene. Wer etwas weiss, soll es schreiben. Mercie.
15. August 2007, 12:53 Uhr
Für die jüngere Generation ist das sicher kein Problem.
Aber was machen die 80 + Leute, die ja wie bakennt nicht mal ein Billet am Automaten beziehen können. Ich weiss, das betrifft nicht alle, aber viele.
15. August 2007, 14:50 Uhr
@ *zensur*:
Die Standorte von Coop passabene in Ihrer Umgebung können Sie direkt auf der Coop-Website finden, indem Sie beim Feld “passabene” ein Kreuz setzen und eine Suche starten: Coop Standorte
9. February 2010, 19:31 Uhr
Ute, warum, unterstellst du Coop jetzt etwa, dass sie Ware automatisch einscannen?
Gut, Arbeitsstellen werden zurückgehen, was Detailhandel angeht, aber andersrum um diese Passabene’s herzustellen braucht es genauso Menschen, die diese Dinger herstellen.
Nicht nur ein weiterer Schritt in die Computerwelt, sondern auch einer, dass sich die Jugendlichen endlich mal zusammenreissen und sich nicht mit einer DetailhandelLehre zufrieden geben.
Was solls, wir leben in einer virtuellen Welt!
PS: Auch an Frauen gedacht^^
22. June 2010, 16:54 Uhr
Aber was machen die 80 + Leute, die ja wie bakennt nicht mal ein Billet am Automaten beziehen können. Ich weiss, das betrifft nicht alle, aber viele.