Geärgert: Schattenseiten der Aktions-Politik der Detailhändler
Tuesday, 10. February 2009, 12:44 Uhr
Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Dies trifft selbstverständlich auch auf die Aktionen der Schweizer Detailhändler zu. Walter Koller aus Schönenberg verfolgt die Aktions-Politik von Migros, Coop & Co. seit Jahren ganz genau und hat an den jüngsten Entwicklungen zahlreiche unerfreuliche Aspekte ausgemacht:
Die neue Aktionitis von Coop und Migros ist ungesund. Wer auf eine gesunde Ernährung achten will oder aus gesundheitlichen Gründen (z.B. Diabetiker) achten MUSS, kann von vielen Aktionen gar nicht profitieren. Mehr noch:
> Gesunde Foodartikel findet man bei den Aktionen nur selten. Weissmehl-Eierteigwaren, Würste, Tortellinis und dergleichen sind für Übergewichtige, Diabetiker und andere, die konsequent auf eine gesunde Ernährung achten müssen, völlig ungesund.
> Früchte und Gemüse findet man ebenfalls selten und wenn, dann sind es immer die gleichen Artikel: Kiwi, Orangen, Broccoli, Rüebli und Paprika. Die Vergünstigung dieser Früchte und Gemüse bezahlt man mit massiv teurer gewordenen anderen Früchten und Gemüsen, z.B. Lauch, Sellerie, Auberginen, etc.
> Die erweiterte Aktionitis hat zur Folge, dass andere Produkte, die selten bis nie in einer Aktion erhältlich sind, massiv teurer geworden sind.
> Mit der neuen Aktionitis hat auch eine äusserst negative Sortimentsbereinigung stattgefunden. In kleineren Filialen wurden günstige Grundnahrungsmittel wie z.B. Polenta, Hirse und Hülsenfrüchte entfernt und durch teure Markenartikel oder ebenfalls teure Bioprodukte ersetzt. Eine ganz normale Polenta bekommt man in kleineren Filialen nicht mehr, stattdessen stehen mehrere Marken-Produkte in den Regalen, die alle mehr als doppelt so teuer sind. Das Gleiche bei der Hirse: Die normale Hirse wurde durch teure Marken-Hirseflocken und weiss ich was für “Veredelungen” ersetzt.
> Mit der neuen Aktionitis werden uns Putzmittel, Waschpulver und Kosmetik in so grosser Anzahl angeworfen, dass wir damit wöchentlich mehrere Kinder- und Altersheime versorgen könnten. Kein Mensch braucht Kosmetik, Putz- und Waschmittel in dieser Menge. Mit anderen Worten: Der Schein trügt. Diese Vielzahl an Aktionsprodukten erweckt den Eindruck, dass die Preise massiv gesunken sind. Aber wenn man das Zeug gar nicht in dieser Menge braucht, wird’s eben nicht billiger, sondern teurer. Denn die Produkte, die nicht in den Aktionen enthalten sind, sind keineswegs günstiger, sondern teurer geworden.
> Die wirklich guten und brauchbaren Aktionen (Fleisch, Gemüse, Früchte) sind meistens bereits am ersten Aktionstag ausverkauft, weil sie frühmorgens von Gewerbetreibenden (Gastronomie) und grossen Familienclans zusammenramisiert werden. Bei Denner z.B., wo die Wochenaktionen am Mittwoch beginnen, muss man bereits am Donnerstag nicht mehr mit Aktionsartikeln (vor allem Fleisch) rechnen. Dabei wäre es ganz einfach, diese unsittliche Hamsterei zu stoppen, indem die Gestelle mit Aktionsartikeln gestaffelt (dreimal täglich mit einer entsprechend reduzierten Menge) aufgefüllt würden. So könnten auch die Berufstätigen, die oft erst nach Feierabend einkaufen können, von den Aktionen profitieren. Und die Detailhändler könnten auch profitieren, wenn sich die Aktionsartikel auf eine grössere Anzahl Kunden verteilen lassen.



5. May 2009, 16:59 Uhr
Hallo
Alles muss “immer billig” sein. – Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Leute erwarten, was sie selber nie offerieren würden. Jeder braucht einen Gewinn. Billige Produkte gib es – auf Kosten von Produkten, die nicht ersetzbar sind. Wen wundert es? Zu monieren gibt es da gar nichts.
16. May 2009, 21:17 Uhr
Essen macht nicht gesund, Essen macht nicht jung, Essen macht nicht schlank – Essen macht satt. Das wär’s!