Lidl: Erdbeeren zu Schleuderpreisen

Friday, 24. April 2009, 20:53 Uhr

Erdbeeren-Aktion von Lidl (April 2009)Der deutsche Discounter Lidl verfolgt auch bei den Frischeaktionen eine aggressive Preispolitik. Dies zeigt das Beispiel der Erdbeer-Aktionen bei Lidl sowie bei den beiden Grossverteilern Migros und Coop von Ende April 2009.

Während 500 g Erdbeeren aus Spanien/Italien bei der Migros Fr. 2.40 kosten, offeriert Coop eine Schale Erdbeeren aus Spanien im Moment für Fr. 1.95 statt Fr. 2.75. Lidl bietet 500 g spanische Erdbeeren derweil für den Preis von nur Fr. 0.99 an. Damit liegt der Aktionspreis von Lidl um 49% unter demjenigen von Coop und gar 59% unter demjenigen der Migros. Es bleibt abzuwarten, ob Migros und Coop eine solch deutliche Preisunterbietung durch Lidl bei den Frischeaktionen auch in Zukunft tolerieren werden.

Im Gegensatz zum aggressiven Preisniveau des Lidl-Sortiments und zu den günstigen Frischeaktionen ist die Aktionen-Politik von Lidl ansonsten in den ersten Wochen eher moderat ausgefallen. Lidl bietet zwar wie die Schweizer Grossverteiler (und im Unterschied zu Aldi) jede Woche Preisaktionen ausgewählter Produkte des Standardsortiments an. Die meisten Rabatte belaufen sich jedoch auf bloss rund 20%. Rabatte von über 30% stellen eine Ausnahme dar.

Detail-Informationen zu den Erdbeer-Aktionen:

Migros (21.04. – 27.04.09):
Spanien/Italien, Schale à 500 g, Fr. 2.40

Coop * (21.04. – 25.04.09):
Spanien, Schale à 500 g, Fr. 1.95 statt Fr. 2.75

Lidl (23.04. – 25.04.09):
Spanien, pro 500-g-Schale, Fr. 0.99

* Verkaufsregionen Nordwestschweiz, Bern, Ostschweiz und Zentralschweiz-Zürich

Quelle: aktionis.ch

4 Kommentare:

  1. Dani

    Muss alles zu Schleuderpreisen raus ?
    Jeder will ja jeden Tag was Essen.
    Jeder Mensch hat Anspruch auf faire soziale Behandlung.
    Ich habe immer mehr Mühe mit Ausbeutung nur das einige wenige Abzocken !

  2. Walter Koller

    Sali Stephan

    Einkaufen wird langsam aber sicher stressig. Vor ein paar Monaten noch konnte man sich darauf verlassen: Am Dienstag Morgen kommen die neuen Informationen aller Grossverteiler (Denner am Mittwoch) über die Aktionsangebote. Jetzt verteilt sich das schon fast auf die ganze Woche. Die Migros kommt am Freitag mit einer zusätzlichen grossen Liste. Eines fällt mir bei den Aktionen der Woche besonders auf: Gesundes (Früchte und Gemüse) ist schaurig teuer geworden. Früher konnte man damit rechnen, dass mindestens Coop, Migros und Volg jede Woche mindestens zwei Früchte und 2 Gemüsesorten als Aktionen angeboten haben. Heute sieht das so aus:

    Diese Woche:

    Coop:
    - Kartoffeln festkochend, 2.5 kg Fr. 2.85 statt Fr. 4.80, 40%
    (Preisvergleich: Kartoffeln PrixGarantie: 2.5 kg )
    - Betty Bossy Grillgemüse Mediterranea, 360g Fr. 5.85 statt Fr. 6.50, 10%
    (Das heisst, man bezahlt für Grillgemüse pro kg Fr. 16.25 !!! statt Fr. 18.05 !!! Das scheint doch ganz klar eine Verlegenheitsaktion zu sein, denn Coop verspricht immer wieder, dass wöchentlich 2 Gemüse und 2 Früchte als Aktion angeboten werden).
    - Birnen Packhams aus Argentinien, 1 kg Fr. 2.20 statt 3.70.

    Migros:
    Früchte und Gemüse: Keine Aktion diese Woche.

    Denner:
    Früchte und Gemüse: Keine Aktion diese Woche.

    Volg:
    Früchte und Gemüse: Keine Aktion diese Woche.

    Spar:
    Früchte und Gemüse: Keine Aktion diese Woche.

    Lidl:
    - Kopfsalat Schweiz, pro Stck Fr. -.79.
    - Kiwi aus Chile, pro Stck Fr. -.19.
    - Pfirsiche aus Spanien, 1 kg Fr. 3.99.

    Und sonst werfen uns die Grossverteiler in Aktionen tonnenweise Lebensmittel nach, die von Menschen, die sich gesund ernähren wollen, sicher nicht gekauft werden: Lauter Halb- und Fertigprodukte und immer die gleichen fetten Käsesorten. Es ist langweilig und verantwortungslos geworden. Und für Konsumenten auf dem Land, die aus ökologischen Gründen einmal pro Woche in die Stadt zum Einkaufen fahren, wird es langsam aber sicher stressig; Wer von den Aktionen profitieren will, muss nun zwei- oder gar dreimal in die Stadt fahren. Das macht keinen Sinn.

    Was wir mit den Aktionen einsparen, bezahlen wir mit sehr teuer gewordenen Grundnahrungsmitteln. In den Gestellen findet man eine hundsgewöhnliche Polente nicht mehr. Man hat die Polenta in Marken-Verpackungen abgefüllt und bezahlt dafür jetzt den doppelten Preis. Dafür bekommt man nicht mehr eine, sondern gleich 5 bis 10 verschiedene Polentasorten. Muss ich aus dem Thurgau ins Tessin fahren, um eine normale Polenta kaufen zu können, weil ich all den Markenschrott mit sinnlosen “Veredelungen” einfach nicht brauche?

    Ich persönlich kaufe bei den Grossverteilern nicht mehr und fahre lieber ins Nachbardorf; Im dortigen kleinen Dorflädeli sind die Lebensmittel zwar 10% bis 30% teurer, aber das ist es mir wert, wenn ich dadurch den Stress mit den Grossverteilern nicht mehr im Bauch habe…

  3. Stephan Fretz

    Vielen Dank für den Kommentar, Walter. Der Vollständigkeit halber muss ich anfügen, dass es auch bei Migros, Spar und Volg Früchte- und Gemüse-Frischeaktionen gibt. Auf aktionis.ch veröffentlichen wir zurzeit jedoch bloss Aktionen mit Referenzpreis, deshalb erscheinen diese Aktionen ohne Normalpreis (noch) nicht auf unserer Plattform. Ausnahme ist Lidl, für den wir mit der Integration in diesem Frühjahr auch gleich die Frischeaktionen mitberücksichtigt haben.

    So gab es diese Woche beispielsweise bei Migros Max Havelaar Bananen (sowie regionale Frischeaktionen), bei Volg Tomaten und Kopfsalat und bei Spar u.a. spanische Nespole zu beworbenen Vorzugspreisen.

    Deine Feststellung, dass im Lebensmittelbereich vor allem Halb- und Fertigprodukte als Aktionen angeboten werden, ist aber natürlich korrekt.

  4. Walter Koller

    Weisst du, wenn man auf dem Land wohnt und zu den nächsten Grossverteilern zwischen 15 und 40 Minuten fahren muss, kann man sich nicht darauf verlassen, dass es das eine oder andere gibt oder dann eben nicht gibt.

    Beispiel Bananen: Max Haverlaar Bananen (und andere Max Havelaar Produkte) leiste ich mir wegen des fairen Handels. Dennoch möchte ich nicht gezwungen werden, Max Havelaar Bananen zu kaufen. Coop bietet in den grossen Läden Prix Garantie Bananen, 1.2 kg für 1.90. In den kleineren Coop-Filialen findet man sie nicht. Es geht noch weiter: Wenn zum Beispiel in der Coop-Stadtfiliale Weinfelden Max Havelaar Bananen preisreduziert angeboten werden, werden die Prix-Garantie-Bananen aus den Gestellen genommen. Wenn ich also Bananen unbedingt brauche, bin ich gezwungen, die für mein Budget teuren Max Havelaar Bananen zu kaufen. Oder ich wechsle zeitraubend in die Migros, wo ich – vielleicht – günstigere Bananen bekomme.

    In kleineren Filialen (auf dem Land) sind bei allen Grossverteilern nicht nur die Aktionswaren, sondern auch die preiswerten Labels (z.B. MigrosBudget und PrixGarantie von Coop) schon fast wie in Kriegszeiten rationiert. Bei Coop Sulgen z.B. stehe ich jede zweite Woche vor leeren Regalen, wenn ich Prix-Garantie-Kartoffeln, -Karotten oder -Zwiebeln kaufen will. Fahre ich dann nach Weinfelden, sind die Gestelle mit diesen Artikeln überquellend voll.

    Auf dem Land mit den kleineren Filialen werden wir mit Aktionen und günstigen Produkten einfach schlechter bedient. Das hat zur Folge, dass wir dauernd 10, 20 oder 30 Kilometer weit fahren müssen, um die Produkte kaufen zu können, die wir wirklich brauchen. Das ist teuer und vor allem auch zeitaufwändig.

    An den Grösse der Verkaufsflächen kann es nicht liegen, denn die Gestelle sind voll von teuren Marken- und Bioprodukten, die dann nach 18 Uhr mit 25% oder gar 50% Rabatt verschleudert werden müssen, weil sie in den Gestellen liegen geblieben sind.

    Etwas überspitzt formuliert: Die Landbevölkerung subventioniert die riesengrossen Sortimente an günstigen Produkten und Aktionen für die Städter. Da muss man sich letztendlich nicht wundern, wenn zum Beispiel immer mehr Thurgauer am Samstag massenweise über die Grenze nach Konstanz zum Einkaufen fahren und sich für die ganze Woche mit Lebensmitteln eindecken, die im Gesamtumfang gut und gerne 40% bis 60% weniger kosten.

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