Geärgert: Verfalldatums-Rabatt auf Aktionen
Monday, 17. August 2009, 21:16 Uhr
Wenn auf Aktionsprodukte aufgrund des bevorstehenden Verfalldatums zusätzlicher Rabatt gewährt wird, profitiert der Migros-Kunde nicht in jedem Fall. Weshalb dies so ist, erklärt Peter Küng aus Laupen – und liefert gleich einen praktischen Tipp mit, wie dieses Problem umgangen werden kann:
Die Migros berechnet den Verkaufspreis an der Kasse bei Preisreduktionen wegen des Verfalldatums (33 bzw. 50%) in Kombination mit einem Aktionspreis in der Regel zu ihren Gunsten, indem die Kasse in diesem Fall den Aktionspreis ignoriert und vom Listenpreis ausgeht. Im Extremfall kann dies zu einem Preis führen, der trotz Zusatzreduktion über dem Aktionspreis liegt, z.B. bei einer Aktion mit 50% Reduktion und einem Zusatzrabatt von nur 33%.
Es gibt da aber ein paar Ausnahmen – und das ist zugleich ein Tipp für alle Konsumenten, die keine Angst vor dem Kundendienst haben: Ist der Aktionspreis nämlich aufgedruckt, z.B. bei Multipacks mit einer Zusatzverpackung, dann ist die Migros wegen der Verbindlichkeit der Preisanschrift gesetzlich verpflichtet, beide Reduktionen zu gewähren. Das passiert aber leider auch in diesem Fall nicht an der Kasse, sondern muss beim Kundendienst in Form einer Rückerstattung eingefordert werden.
Warum sich die Migros bei diesen Reduktionen derart kleinlich verhält ist mir ein grosses Rätsel. Es passt allerdings ins Bild, denn die Kassiererinnen (meist sind es ja Frauen) mussten sich sehr lange mit unnötiger Prozent-Kopfrechnerei belästigen (und teilweise auch demütigen) lassen, bis die Migros, ganz im Gegensatz zu Coop übrigens, sich endlich dazu durchringen konnte, die Prozenttasten an den Kassen einzuführen.
Fazit: Die Migros ist meiner Ansicht nach weniger kunden- und angestelltenfreundlich, als sie stets zu sein vorgibt.



18. August 2009, 08:47 Uhr
Ich kaufe schon über ein Jahr häufig “nochmals reduzierte Aktionsartikel” bei der Migros – dieses Vorgehen ist mir jedoch absolut unbekannt. Besonders in kleineren Migros-Filialen werden häufig in Grossmengen gelieferte Aktions-Artikel aufgrund des Ablaufdatums nochmals um 50% reduziert, wobei mir der Zusatz-Rabatt stets vom Aktionspreis berechnet wurde…
22. August 2009, 23:04 Uhr
Was für Leute es immer wieder gibt, die sich wegen kleinen und kleinsten Rabatten zum Kundendienst bemühen. Das ist doch oberpeinlich. Hört doch mal auf solche Nichtigkeiten zu bemängeln, es geht uns als Migros oder Coop Kunden doch immer noch sehr gut, wenn ich das mit dem Ausland und gewissen grossen Anbietern vergleiche.
Also Hr. Fretz kommen Sie doch einfach runter in die Realität.
Solche Kommentare sind nur dann möglich, wenn man sonst keine Probleme hat.
Lieber Gruss
Paul Spar
1. September 2009, 15:26 Uhr
Wer Zeit hat, sich ab solch dämlichen Kleinigkeiten zu nerven, der hat auch Zeit, den Preis selber zu kontrollieren und dann halt NICHT zu kaufen, falls er sich übers Ohr gehauen fühlt. Oder halt eine Verkäuferin im Laden zu fragen, BEVOR er an der Kasse nacher Stau verursacht, weil er ach doch die paar Rappen zuviel bezahlen soll. Es wird ja auch niemand gezwungen, irgendwas zu kaufen…
also bitte: lassen Sie’s doch einfach sein, wenns ihnen dann immer noch zu teuer ist….
Herr Spar hat Recht: es ist oberpeinlich, dass sich gewisse Leute in unserer Gesellschaft über solche Bagatellen beschwert. Es gibt grössere und wichtigere und schlimmere Sachen im Leben, über die es sich zu reden lohnt….. Auch ich muss aufs Geld achten, sehr sogar… aber irgendwo hört der Geiz dann doch auch mal auf….
sago
Alleinerziehende Mutter
31. January 2010, 18:49 Uhr
Grundsätzlich habend die beiden Kommentatoren ja recht: es ist dumm, sich über ein paar zuviel bezahlte Rappen aufzuregen und deshalb den Kundendienst zu “belagern”. Darum geht es aber doch gar nicht!
Wenn ein Grosskonzern wie Migros oder Coop Millionen für Werbung ausgibt, Löhne tief hält, mit gewieften Marketingstrategien und Ladenkonzepten Kunden lockt, dann sollte es auch möglich sein den Preis korrekt zu berechnen. Wenn ein Preis draufsteht, dann soll (laut Gesetz muss) dieser gültig sein, ohne wenn und aber,ohne Umwege und Kundendienst.
Ich sehe nicht ein, weshalb wir Kunden den Marktbeherrschern mit unserem sauer verdienten Geld entgegenkommen sollten und einfach alles hinnehmen und schlucken müssen. Es braucht Leute wie Herr Meierhans, welche sich nicht nur still ärgern, sondern auch auf Ihrem (unserem) Recht bestehen, nicht übers Ohr gehauen zu werden.
Vermutlich gehen Migros und Coop vom Mainstream-Verhalten aus, dass sich wegen ein paar Rappen niemand aufregt und schon gar nicht etwas zu sagen getraut.Für Migros sind dies pro Jahr jedoch ein paar Tausend wenn nicht Hunderttausende Franken. Dass die in Form einer höheren Gesamtlohnsumme an die Frauen an der Kasse zurückbezahlt werden, daran glaubt wohl keiner…
Also, ein Dank jenen welche mit offenen Augen durch die Welt gehen und nicht einfach alles hinnehmen, auch wenn Otto-Normalo Halt-den-Mund-und-reklamier-am-Stammtisch mal eine Minute am Kundendienst warten muss!
Augenlicht,
ansonsten Migros-Fan
20. February 2010, 13:14 Uhr
@Augenlicht
Danke für die Unterstützung und die Integration meines Beitrags in einen grösseren Zusammenhang, den man ruhig mit “Die Unersättlichkeit der Grossverteiler” bezeichnen könnte.
Den eher kritischen bis ablehnenden Stimmen möchte ich noch gerne diese Frage stellen:
“Finden Sie es denn nicht auch paradox, dass die Migros damit (siehe Beitrag) gerade jenes Kundensegment knausrig behandelt, das ihr dabei hilft, den täglich anfallenden Abschreibungsbedarf im Lebensmittelsektor zu reduzieren?”
Peter Küng, Co-Autor